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Erinnern als Mahnung für die Gegenwart: Telefonführung zu den Deportationen vor 85 Jahren

Meldung vom 20.10.2026

Am Sonntag, 8. November 2026, um 15 Uhr lädt „Bei Anruf Kultur“ gemeinsam mit dem Gedenkort denk.mal Hannoverscher Bahnhof zur bundesweiten Telefonführung „Die Deportationen aus Hamburg im Herbst 1941“ ein. Die einstündige Führung erinnert an die Deportationen jüdischer Menschen aus Hamburg während der NS-Zeit und vermittelt die Geschichte des ehemaligen Hannoverschen Bahnhofs. Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung erforderlich.

85 Jahre nach Beginn der Deportationen aus Hamburg gewinnt die Auseinandersetzung mit den Verbrechen des Nationalsozialismus angesichts aktueller gesellschaftlicher und politischer Entwicklungen erneut an Dringlichkeit. Rechtsextreme Positionen gewinnen an Einfluss, demokratische Grundwerte werden zunehmend infrage gestellt. Es stellt sich umso eindringlicher die Frage, welche Lehren aus der Geschichte gezogen wurden und welche Verantwortung daraus für die Gegenwart erwächst.

Der Termin der Telefonführung ist bewusst gewählt: Am 9. November wird an die Novemberpogrome von 1938 erinnert, bei denen jüdische Menschen verfolgt und misshandelt, Synagogen zerstört sowie Geschäfte und Wohnungen verwüstet wurden. Nur drei Jahre später begannen die Deportationen aus Hamburg in Ghettos, Konzentrations- und Vernichtungslager.

Der Hannoversche Bahnhof war während des Nationalsozialismus ein zentraler Ausgangspunkt für die Deportation von Menschen aus Hamburg und Norddeutschland. Heute befindet sich auf dem ehemaligen Bahnhofsgelände der Lohsepark mit dem Gedenkort denk.mal Hannoverscher Bahnhof.

Guide Henning Flinner führt die Teilnehmenden am 8. November, um 15 Uhr eine Stunde lang telefonisch über das ehemalige Bahnhofsgelände und durch den heutigen Gedenkort. Dabei vermittelt er die Geschichte des Ortes und erinnert an die Schicksale der Menschen, die von hier deportiert wurden.

„Mit unseren Telefonführungen möchten wir Menschen die Möglichkeit geben, sich mit Geschichte und Kultur auseinanderzusetzen – unabhängig davon, ob sie einen Gedenkort persönlich besuchen können. Gerade Orte wie der Hannoversche Bahnhof erzählen Geschichten, die nicht in Vergessenheit geraten dürfen. Diese Erinnerungen bundesweit per Telefon zugänglich zu machen, ist für uns ein wichtiger Beitrag zur Erinnerungskultur und macht das Angebot von ‚Bei Anruf Kultur‘ so wertvoll“, sagt Melanie Wölwer, Projektleiterin von „Bei Anruf Kultur“.

Die Anmeldung erfolgt über www.beianrufkultur.de oder telefonisch unter 040 209 404 36. Im Anschluss erhalten die Teilnehmenden die Zugangsdaten und wählen sich am Veranstaltungstag bequem per Telefon ein.

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