Foto eines Ausstellungsbereichs. In einem kleinen Raum mit Fenster an der Stirnseite stehen schmale Vitrinen an den Wänden und eine große Vitrine in der Mitte. In der mittigen sind historische Mikroskope zu sehen, in den anderen weitere technische Geräte.
Bild: Anja Meyer, UKE

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Blicke in den Körper – Mikroskopie im Wandel

Natur und Wissenschaft

Medizinhistorisches Museum Hamburg, Hamburg 

  14:00 bis 15:00 Uhr

Ziel der Führung ist, die Bedeutung der Mikroskopie im Wandel der Zeit für die Medizin und Wissenschaft darzustellen. Ausgehend vom einlinsigen Mikroskop von Antoni van Leeuwenhoek, der im 17. Jahrhundert als Erster in die mikroskopische Welt der Zellen vordrang, wird die Bedeutung der Mikroskopie deutlich.  Nun ist man von der Organebene auf die Zellebene übergegangen. Des Weiteren spielen im 19. Jahrhundert die zweilinsigen Mikroskope eine große Rolle. Durch sie wurden Krankheitserreger identifiziert und somit die Miasmentheorie widerlegt. Diese historische medizinische Lehre besagte, dass Krankheiten wie Cholera, Pest oder Malaria durch schlechte, übelriechende Luft („Miasmen“) übertragen werden.  

Durch gute Lichtverhältnisse, dünne Schnitte und Färben der Präparate konnten tiefgehende Erkenntnisse erlangt werden, weil man durch diese Techniken die Organellen der Zelle, die die Funktion der Zellen lenken, entdeckt hat. Somit konnten Zellen im Mikroskop bestimmten Organen zugeordnet werden. Anhand eines Originalpräparates des Nobelpreisträgers Camillo Golgi, der im 19. und frühen 20. Jahrhundert wegweisende Entdeckungen zur Struktur des Nervensystems machte, kann verdeutlicht werden, dass er durch Färben des Präparats die kleinsten Strukturen der Nervenzellen entschlüsselt hat.

In der Medizin werden heute durch die Mikroskopie viele Diagnosen gestellt, indem Veränderungen von Zellen Aufschluss über Krankheitsbilder geben. Durch Biopsien und Zellabstriche wurden in der Vorsorge große Erfolge erzielt.

Da mit der Lichtmikroskopie nur eine etwa 1000fache Vergrößerung möglich ist, konnten Viren erst mit der Entdeckung der Elektronenmikroskopie sichtbar gemacht werden, da Viren kleiner als die Wellenlänge des Lichts sind. Elektronenmikroskopie dringt bis in molekulare Ebenen vor.

Die Mikroskopie hat somit das Wissen über den Aufbau der Lebewesen, die Entstehung und Erkennung von Krankheiten und das Funktionieren der Lebensstrukturen schrittweise vorangebracht.

Guide: Hans Fischer

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